Wie eigentlich jedes Jahr gibt es Ende August, Anfang September nochmal ein paar schöne Sommertage, so auch dieses Jahr. Hier ein paar Impressionen.

Der Herbst wurde dann von den schönen Sonnenauf- und -untergängen eingeleitet. Die Tage werden kürzer, nasser und deutlich kälter. Aber unsere Blumen und Pflanzen brauchen immer so lange, dass wir erst im Herbst blühende Gladiolen haben oder unsere Tomaten ernten können (im Oktober!).
Die Blätter der Bäume werden erst sehr spät gelb, wenn sie davor nicht vom Baum geweht wurden. Und so kann man hier Ende Oktober noch einen goldenen Herbst haben, wenn es mal nicht grau und trist ist. Der Herbst hat aber absolut seinen Charme!

Der Winter kam dieses Jahr schleichend und eigentlich hat es sich mehr wie ein langer Herbst angefühlt. Kein Schnee, nicht mal im Gebirge auf das wir blicken. Das ist wirklich sehr sehr ungewöhnlich und macht mich auch ein bisschen traurig. Die Natur verändert sich einfach so schnell und wir können es nicht mehr aufhalten.
Auch unser Bäumchen an der Esszimmerwand konnte dieses Jahr nicht wirklich für Winter- und Weihnachtsstimmung sorgen. Voll gepackte Arbeitstage und anstehende Termine, haben das noch verstärkt. 

Und so war es plötzlich Donnerstag der 27. November und ich saß alleine im Flieger nach Wien.
Ich wollte an der langen Nacht der Lymphologie teilnehmen, ein internationaler Kongress der jedes Jahr in Wien stattfindet mit Fokus auf Lymphödem und Lipödem. Dort war ich vor 2 Jahre schonmal und ich habe mich gefreut, dort wieder hinreisen zu können. Der Anreisetag war doch ganz schön stressig. Nachdem mich Marco am Flughafen abgesetzt hat, hab ich bis das Boarding losging noch Emails beantwortet. Und bis ich dann endlich im Hotel ankam, war es dann schon richtig spät – halb 10 Uhr.
Mein Hinterteil und mein Rücken taten mir echt weh und ich wollte eigentlich nicht mehr sitzen, aber ich hab mir dann noch unten auf der Straße einen Döner besorgt. Auf den hatte ich mich schon den ganzen Tag gefreut, denn ich hab mich extra informiert wo ich so spät Abends noch was zu Essen bekomme. Der hatte eigentlich auch echt gute Bewertungen, aber ich war doch sehr enttäuscht. Mega trocken und das Blaukraut hat einfach alles andere überdeckt. Sehr schade, aber satt hat er trotzdem gemacht.
Dann hab ich noch eine kleine Shopping Runde in einem Spar in der Nähe gedreht. Und die Minibar mit vielen Leckereien gefüllt. Teilweise für die Weiterreise und teilweise als Mitbringsel.
Nach einem kurzen Telefonat mit Marco bin ich dann todmüde ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag hieß es auch früh aufstehen – 5.30 Uhr. Duschen, frühstücken und um 7 Uhr ging es los. Es war super, dass ich mich schon auskannte, sowohl in Wien, aber auch im Hotel und auf dem Kongress, das entspannte die ganze Situation. Der Tag war vollgepackt mit Vorträgen und Workshops bis abends um 20.00 Uhr, das hieß leider noch mehr sitzen. Bis auf die kurze Mittagspause zum Essen wurden die anderen kurzen Pinkelpausen alle gestrichen, da es zu krassen Verzögerungen kam. Oft wurde die Vortragszeit überzogen und dann war auch keine Zeit für den Diskussionsteil mehr. Das war tatsächlich ein bisschen schade, denn oft war gerade die Diskussion der spannende Teil beim letzten Mal. Meiner Meinung nach hätte man einfach ein zwei Vorträge pro Tag weniger haben können und dafür wäre es ein bisschen entspannter gewesen. Aber ich habe auf jeden Fall mega viel Neues gelernt.
Abends beim gemeinschaftlichen Abendessen habe ich, wie letztes Mal auch schon, mega nette Menschen kennengelernt. Zum Beispiel hab ich mich viel mit zwei Therapeutinnen aus Dänemark unterhalten und wir konnten uns gut austauschen. Bei Livemusik und mega leckerem Essen konnten wir so den Abend ausklingen lassen, wobei ich dann irgendwann um kurz nach Mitternacht beschlossen hatte, dass der Abend jetzt lang genug war und bin zurück zum Hotel.

Denn schließlich ging es am nächsten Tag wieder um 8 Uhr mit den ersten Vorträgen los. Es waren doch ein paar mehr leere Stühle zu Beginn, aber der Saal hat sich dann doch wieder gut gefüllt mit der Zeit.
Auch Tag 2 war vollgepackt mit spannenden Themen und inspirierenden Vorträgen. Es macht einfach unglaublich viel Spaß an solchen Kongressen teilzunehmen, man lernt einfach so viel.
Um kurz nach 19 Uhr war dann auch dieser Sitzmarathon überstanden. Ich muss sagen, mein Rücken und meine Beine haben das dieses Mal überhaupt nicht gut vertragen. Ich hatte brennende Schmerzen im ganzen Körper und war echt froh, als ich im Hotelzimmer ein paar Yogaübungen machen konnte, das hat echt geholfen.

An diesem Abend musste ich mir wieder Essen besorgen. Dieses Mal hab ich mich für eine Bowl aus einem Asiarestaurant um die Ecke entschieden. Es war einfach mega lecker!!
Heute hatte ich auch wieder Zeit mit Marco zu telefonieren und zum Abschluss hab ich den Abend mit Biathlon schauen ausklingen lassen.

Den Sonntag hab ich dann ein bisschen entspannter gestartet, ich bin erst kurz vor 7 Uhr aufgestanden und nach dem Duschen habe ich dann mein Frühstück genossen, ganz entspannt. Danach habe ich mich warm eingepackt (hab leider die Handschuhe nicht mitgenommen) für meine kleine Tour durch die Stadt.
Ich kann natürlich nicht nach Wien fliegen und dann nur im Hotel sein! Deshalb hab ich noch einen kleinen Spaziergang gemacht. Auch wenn ich schon am Dom war, wollte ich da einfach nochmal hin, denn der ist auch gar nicht so weit weg vom Hotel. Nur so 15 min zu Fuß. Ich hab auch nochmal ein paar Ecken entdeckt, die ich beim letzten Mal nicht besucht habe und mein Rückweg hat mich dann durch den Stadtpark zurückgeführt. Wien ist wirklich eine schöne Stadt und ich würde gerne mal im Sommer her kommen, da ist es dann vermutlich draußen auch ein bisschen gemütlicher.
Dann schnell auschecken und dann wurde es nochmal ein bisschen hektisch. Denn ich hätte fast meine S-Bahn verpasst. Der Drucker im Hotel hat nicht funktioniert und ich konnte dann mein Ticket nicht wie geplant ausdrucken, dann war ich noch am falschen Gleis und natürlich war die Rolltreppe kaputt. Und ich mit meinen zwei Koffern + Rucksack, zusammen haben die übrigens rund 30 kg gewogen, hab mir da dann schon schwer getan innerhalb von 5 Minuten vom Hotel + 2 Gleiswechsel noch die Bahn zu erwischen. Aber ich hatte Glück, ich habs noch in die Bahn geschafft. 

Die Zugfahrt war leider nicht so entspannt wie gehofft. Ich wollte eigentlich ein bisschen arbeiten und lesen, aber der Zug war proppevoll. Sogar der Gang war komplett voll mit Menschen, es war laut und stickig. Meine Sprinteinlage zuvor hat auch nicht sehr zu einer entspannten Atmosphäre beigetragen und so habe ich erstmal versucht mein Stresslevel herunterzufahren. Das ist mir die Tage jetzt auch aufgefallen, dass ich so viele Menschen nicht mehr gewöhnt bin. Das hat mich doch ganz schön gestresst, die vielen Menschen am Flughafen, in der Bahn, in der Stadt und auch auf dem Kongress. In Norwegen meide ich Events mit vielen Menschen und die Einkaufszentren sind hier zwar auch voll, aber es sind halt doch weniger Menschen hier. Ich genieße mein ruhiges Leben auf der Insel. 


Ich hatte eigentlich auf eine schöne Winterlandschaft gehofft, aber leider gab es nicht wirklich Schnee hier und auch die Sonne hat sich nur kurz blicken lassen, bevor sie dann untergegangen ist. Aber wenigsten hat mit den Zügen alles reibungslos geklappt. Ich hatte zwar vor Reiseantritt schon viele Planänderungen, dank der Deutschen Bahn,, und auch während der Fahrt waren es nicht die vorher geplanten Züge, die ich genommen habe. Aber dank der österreichischen Bahn hatte ich ein super Ticket, das ich für alle Züge zwischen Wien, Salzburg, München, Augsburg und Donauwörth benutzen konnte. Das war echt mega!! Und so kam ich dann abends in Donauwörth an und wurde dort von Mama in Empfang genommen. Das war ein gutes Gefühl – endlich geschafft. Auch wenn wir noch ne Stunde Autofahrt vor uns hatten, aber es hat sich trotzdem schon so angefühlt, als wäre ich jetzt zuhause. 

Papa hat in der Zwischenzeit gut gekocht und so konnte ich zumindest den Abend noch entspannt ausklingen lassen.

Jahresrückblick 2025 – Teil 4